Demenz verstehen lernen

In Deutschland leiden etwa 1,6 Millionen Menschen an einer Demenz. Jedes Jahr erhöht sich die Anzahl um ca. 40 000. Sie gehört zu den häufigsten Krankheitssyndromen im Alter. Die Demenzerkrankung eines Familienmitglieds oder Freundes stellt meistens eine große emotionale und organisatorische Herausforderung für die Angehörigen und Beteiligten dar.

Auch Kinder und Jugendliche haben oftmals durch die Großeltern bereits in mehrerer Hinsicht Berührungspunkte mit dem Krankheitsbild. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. hat ein jugendgerechtes Konzept entwickelt, um über das Krankheitsbild Demenz aufzuklären, Hilfestellungen zu geben und Unterstützung im Umgang mit Erkrankten anzubieten.

Am 12. November 2018 besuchte der Diplom-Sozialpädagoge und Familientherapeut Hans Dieter Mückschel von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. und Herr Glaser von der AOK Cham die Wirtschaftsschule Waldmünchen um die Schüler der 8. und 9. Klasse über diese Krankheit zu informieren.

Zunächst berichteten einige Schüler über eigene Erfahrungen mit dementen Angehörigen. Herr Mückschel erklärte dann den Begriff "Demenz". Demenz kommt aus dem lateinischen "de mens" und bedeutet ohne Geist, ohne Verstand. Typisch für diese Krankheit ist eine anhaltende und fortschreitende Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit. Gegenstände werden an ungewöhnlichen Orten verlegt, es treten Orientierungsprobleme auf, vor allem in einer fremden Umgebung. Es wird die falsche Kleidung angezogen, z. B. das Nachthemd über der Tageskleidung und es macht Probleme, die richtigen Worte zu finden und zu verstehen, was der andere sagt. Auch das Verhalten der Betroffenen verändert sich. Schließlich kommt es zu Schwierigkeiten bei der Bewältigung des Alltags und sozialem Rückzug.

Demenz ist ein Oberbegriff für unterschiedliche Krankheitsbilder, die Alzheimerkrankheit ist die häufigste Ursache für eine Demenz. Die Demenz ist eine Erkrankung des Gehirns, bei der langsam und unwiederbringlich Nervenzellen absterben. Dadurch wird im Verlauf der Erkrankung die Hirnleistung immer geringer.

Um die Krankheit festzustellen, gibt es verschiedenen Tests. Einer davon ist der "Uhren-Test". Herr Mückschel gab den Schülern die Aufgabe die Uhrzeit "10 nach 11" auf ein Blatt Papier zu zeichnen. Anschließend zeigte er ihnen, wie ein Demenzkranker diese Uhrzeit zeichnen würde.

Eine Heilung dieser Krankheit gibt es bisher nicht. Lediglich der Abbauprozess kann durch entsprechende Medikamente vorübergehend hinausgezögert werden. Bis heute gibt es keinen Schutz davor, an Demenz zu erkranken. Eine gezielte Vorbeugung durch Medikamente oder eine bestimmte Lebensweise ist bislang nicht eindeutig bekannt.

Zum Abschluss zeigte der Referent den Schülern den Film "Apfelsinen in Omas Kleiderschrank", der ihnen eindringlich vorführte, wie das Zusammenleben mit einer demenzkranken Oma das Leben der ganzen Familie beeinflusst.

Herr Glaser von der AOK Cham informierte schließlich noch darüber wo es Hilfe und Unterstützung für Betroffene gibt und überreichte den Schülern Informationsmaterial.

Nach einer regen Diskussion bedankte sich die Lehrerin Heidi Ramsauer bei den beiden Referenten mit einem kleinen Geschenk.

Dr. Heidi Ramsauer

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