43 Wirt­schafts­schü­ler fei­ern ih­ren Ab­schluss – Sie sind jetzt flüg­ge – Die Be­sten ge­ehrt

Die 43 Abschlussschüler der Ludwig-Erhard-Wirtschaftsschule sind „flügge“ geworden. Sie verlassen nun das sichere Nest der Schulfamilie. In einer launigen Abschiedsrede hat Martina Mathes, Leiterin der Wirtschaftsschule, am Freitagvormittag die Absolventen verabschiedet. In fröhlich-festlicher Runde – umrahmt von musikalischen Darbietungen – erhielten sie in der Aula der Schule ihre Zeugnisse. Mathes wünschte den jungen Leuten allseits „guten Flug“ und dass sie die Bodenhaftung nicht verlieren.

Mathes forderte die Schulabgänger aber auch vehement dazu auf, auf ihrem weiteren Lebensweg Verantwortung zu übernehmen – für sich und andere. Dass zehn Absolventen einen Notendurchschnitt mit einer Eins vor dem Komma erreicht haben, wertete sie als Zeichen für die Leistungsbereitschaft der Schüler und als Ergebnis der exzellenten Arbeit des Lehrerkollegiums. Sie dankte jedem einzelnen Rädchen, das den Schulbetrieb am Laufen hält, vom Sachaufwandsträger bis zu den Sekretärinnen.

Alle haben bestanden

Die Schüler hätten an der LES eine solide, praxisbezogene Grundlage für ihren weiteren Lebensweg erhalten: 37 Absolventen haben sich für eine Berufsausbildung entschieden, sechs besuchen weiterführende Schulen. In ihrer humorvollen Abschiedsrede zog Mathes Parallelen zur Vogelwelt. Bisweilen hätten es die Lehrer auch mit Spaßvögeln, einem gackernden Hühnerhaufen und schnatternden Gänsen zu tun gehabt. Auch die eine oder andere Rauchschwalbe sei gesichtet worden. Und die Schluckspechte hätten zumeist am Montagmorgen die Nachwirkungen des Wochenendes nur schwer verbergen können. „Am heutigen Tag ist aber davon nichts mehr zu spüren; man hat eher den Eindruck, dass sich alle zu hübschen Pfauen und Schwänen gemausert haben“, meinte sie. Sie hofft, dass die Schüler die Zeit an der LES nicht wie in einer „anonymen Hühnerfarm“ empfunden haben, seien doch die Lehrer stets bestrebt gewesen, neben fachlichen Kenntnissen auch menschliche Nähe und Werte zu vermitteln.

Ausdrücklich warnte Mathes die Schüler vor unreflektiertem Gezwitscher, neudeutsch Getwitter. Es besteht die Gefahr, dass hierdurch sogenannte alternative Fakten in unsere Lebenswirklichkeit einsickern und sich zu einer bedrohlichen Manipulationsmaschine entwickeln. Signifikante Auswüchse dieser Art seien in Amerika zu beobachten. Eine Immunisierung dagegen sei dringend geboten, „denn dieses Virus ist hoch ansteckend und gefährlicher als die Vogelgrippe“. Es könne in letzter Konsequenz die Demokratie gefährden. „Lasst euch nicht durch solche Informationen das Gehirn formatieren.“ Den Schülern wünschte sie, den Überblick zu behalten wie ein Adler und Nachrichten zu hinterfragen, „sonst degeneriert ihr zu Nebelkrähen“.

Bürgermeister Markus Ackermann gratulierte namens der Stadt und überbrachte die Glückwünsche von Landrat Franz Löffler. „Eure Ausdauer hat sich gelohnt“, sagte Ackermann. Er ist sich sicher, dass die Schüler ihren weiteren Lebensweg ebenso souverän meistern werden wie die Schulzeit an der LES. Mit dem Abschluss hätten die jungen Leute die optimale Grundausstattung, um auf der Lebensleiter die nächste Sprosse zu erklimmen. Auch er forderte die Absolventen auf, Verantwortung zu übernehmen. „Ihr seid die Hoffnungsträger und die Zukunft der Region.“

Ackermann überreichte bei der Abschlussfeier „Ehrenamtszeugnisse“ an engagierte Schüler. Mit dieser Auszeichnung des Landkreises wurde bedacht, wer im vergangenen Schuljahr mehr als 80 Stunden ehrenamtliche Arbeit leistete. Dies waren: Theo Rötzer, Elisa Roßmann, Lea Hernberger und Manuel Liegl.

Förderpreis vergeben

Elternbeiratsvorsitzende Heidi Saßl meinte: „Ihr habt ein Etappenziel erreicht.“ Nun stünden sie vor einem neuen Lebensabschnitt, den sie ihrer Meinung nach gut meistern werden. „Ihr habt alle nötigen Voraussetzungen.“

Zum zweiten Mal hat in diesem Jahr der Verein der Ehemaligen, Freunde und Förderer der Ludwig-Erhard-Schule Waldmünchen den Ludwig-Erhard-Förderpreis vergeben. Damit soll soziales und ehrenamtliches Engagement der Schüler gewürdigt werden. Fördervereinsvorsitzende Susanne Nock vergab die Anerkennung in Form von Urkunden und Sachpreisen an drei engagierte Schüler. Manuel Liegl, Klasse 9 a, wurde für seine überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft, seine guten Ergebnisse im Fotokurs und für seine herausragende Höflichkeit geehrt. Den Förderpreis erhielt auch Lisa Gräfe, 10 b. Nock lobte ihre leistungsorientierte, optimistische Ausstrahlung, mit der sie ihre Mitschüler mitreiße und dadurch positiven Einfluss aus das Klassenklima ausübe. Trotz ihrer hervorragenden Noten sei sie stets bescheiden geblieben. Sie sei eine „fruchtbare Ideengeberin“ in der Redaktion der Abschlusszeitung gewesen. Ebenso wie Franziska Kulzer, 10 b. Sie sei eine „Kümmerin“, die nie Nein sage, die immer da sei und Aufgaben mit beeindruckendem Pragmatismus übernehme.

Das letzte Wort hatten die Schülersprecher Erwin Kellner, Eva Rötzer und Emily Dogan. Sie blickten auf ihre Schulzeit zurück, erinnerten an schöne und traurige Ereignisse, wie den Tod ihrer Mitschülerin Xenia Adam, und dankten den Lehrern für ihre Geduld und ihr Vertrauen in die Schüler.

Die Schulbesten

Lisa Gräfe, Kleinsteinlohe (1,29 – Regierungspreis), Lena Vogl, Breitenried (1,46), Verena Graf, Treffelstein (1,53), Anna Lena Baumer, Furth im Wald (1,53), Jonas Betz, Tiefenbach (1,61), Kathrin Vögl, Tiefenbach (1,66), Kathrin Hacker, Ulrichsgrün (1,73), Franziska Kulzer, Schönsee (1,73), Kilian Windmeißer, Schönthal (1,73), Emily Dogan, Waldmünchen (1,76).

Quelle des Textes: Chamer Zeitung vom 22.07.2017

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