100%ige Sicherheit im Netz gibt es nicht

Ende April fand an der Ludwig-Erhard-Wirtschaftsschule für die 7. und 8. Klassen ein Vortrag von Birgit Zwicknagel (Computermäuse Stamsried) zum Thema "Gefahren im Internet" statt. Sie vermittelte anhand vieler praktischer Beispiele, wann und wo es für die Jugendlichen gefährlich werden kann und wie man sich schützt.

So kann allein schon der Benutzername Aufschluss über Name, Alter und Geschlecht geben. Ein Phantasiename wäre eine gute Alternative. Sehr sensibel sollte mit der Preisgabe persönlicher Daten wie Adresse, Handynummer, E-Mail-Adresse, Schule, Verein, Freizeitaktivitäten umge­gangen werden. Hier darf auch schon einmal der Hinweis "Das geht dich nichts an!" angebracht sein, wenn Fremde persönliche Daten erfahren wollen. Das Posten des Urlaubs mit den Eltern öffnet Einbrechern im wahrsten Sinne des Wortes Tür und Tor. Versicherungen verweigern Zahlungen, wenn nachgewiesen werden kann, dass die Abwesenheit im Internet publik ge­macht wurde.

Ebenso problematisch kann sich der freizügige Umgang mit eigenen und fremden Bildern aus­wirken, die leichtsinnig eingestellt werden. Profilbilder sind oftmals die Grundlagen für Cyber­mobbing, Cybergrooming sowie Erpressung. Mobbing kennt keine Uhrzeit und verfolgt die Ju­gendlichen bis ins Kinderzimmer. Von sexueller Anmache sind übrigens inzwischen Mädchen und Jungen gleichermaßen betroffen. Die Folgen können gravierend sein: Eine Selbstmordrate von 14 Fällen allein in Ostbayern spricht für sich. Mittlerweile bedienen sich auch viele Perso­nalchefs von Firmen des Internets, um sich einen ersten Eindruck über ihre Bewerber zu ver­schaffen. Ein freizügiges Partybild sabotiert jegliche Erfolgschance - auch bei Einserschülern.

Die Referentin warnte eindringlich vor Blind Dates. Hinter dem "netten, blonden, sportlichen 15?jährigen Jungen, der sich endlich einmal unbedingt mit dir alleine treffen möchte" könne sich das genaue Gegenteil verbergen.

Am Beispiel des auch bei uns unlängst vorgekommenen Phänomens der Killerclowns verwies Birgit Zwicknagel auf sogenannte Fakes: Nicht alles, was im Netz steht, ist auch wahr.

Strafbar sind überdies das Einstellen pornografischer und gewaltverherrlichender Darstellungen wie Tötungsszenarien sowie rechtsradikale und rassistische Inhalte.

Nicht unerwähnt blieben die bei Kindern und Jugendlichen beliebten Computerspiele. Hierbei solle man jedoch auf die Altersfreigabe achten, die auf jeder Verpackung aufgedruckt ist. The­matisiert wurde auch der Suchtfaktor, der unkontrolliertes Spielen nach sich zieht. Schon eine regelmäßige Spieldauer von über 2 bis 3 Stunden täglich erhöht die Gefahr süchtig zu werden. Ideal wäre eine Vereinbarung über feste Spielezeiten bzw. spielfreie Zeiten, an die man sich dann aber auch halten solle. Ständige Streitereien zwischen Kindern und Eltern könnten somit reduziert werden.

Zum Schluss empfahl die Referentin den Jugendlichen immer Vorsicht walten zu lassen. Wenn es unangenehm zu werden beginnt, solle man den Chat beenden und sich Hilfe holen. Das können Eltern, Lehrer oder die Polizei sein. Ein Screenshot zur Beweissicherung ist dabei immer ratsam.

Fachlehrerin Kornelia Betz, die den Vortrag organisiert hatte, bedankte sich bei Frau Zwicknagel für die sehr lehrreichen Informationen rund um die Gefahren im Internet.

Kornelia Betz

© 2014 - 2019 Ludwig-Erhard-Schule - Staatliche Wirtschaftsschule Waldmünchen/Cham
Design und technische Realisierung: Andreas Hirsch IT-Dienstleistungen